EMDR

Bei der EMDR handelt es sich um eine hochwirksame psychotherapeutische Methode, die durch wechselseitige Stimulation beider Gehirnhälften dabei hilft, die eigenen Selbstheilungskräfte zu aktivieren und die belastenden Erinnerungen zu verarbeiten.

EMDR steht für Eye Movement Desensitization and Reprocessing, was so viel bedeutet wie Desensibilisierung und Verarbeitung durch Augenbewegungen. Es handelt sich um eine hochwirksame psychotherapeutische Methode, welche eine bilaterale Hemisphären-Stimulation (wechselseitige Stimulation beider Gehirnhälften) als ein zentrales Element hat.

Mittlerweile liegen über EMDR als Behandlungsmethode psychischer Traumata – bezogen auf den Zeitraum 1990 bis 2010 – mehr positiv kontrollierte klinische Studien vor, als zu jeder anderen psychotherapeutischen Behandlungsform. Die Ergebnisse dieser Studien sind alle derart beeindruckend, dass es für die Entwicklerin - die amerikanische Psychologin Francine Shapiro (*1948) – zahlreiche Auszeichnungen gab und die Methode EMDR von vielen Gremien anerkannt wurde.

In erster Linie wurde und wird EMDR zur Behandlung von Posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) – eine pathologische Reaktion auf schwere Belastungen im psychischen und sozialen Bereich bei ansonsten gesunden Menschen – eingesetzt. Diese psychische Störung wird von mir allerdings nicht behandelt, dies gehört in die Hände einer entsprechend ausgebildeten Fachkraft! Darüber hinaus ist EMDR aber auch bei jeder anderen Form eines erlittenen Traumas sehr gut anwendbar - und eine traumatische Erfahrung wird immer subjektiv erlebt. Schon "kleine" Ursachen in der frühen Kindheit können langfristig zu traumatischen Reaktionen des Organismus führen, wohingegen andere Menschen aufgrund ihrer eigenen Resilienz mit schwerwiegenden äußeren Erfahrungen wiederum sehr gut und scheinbar unbeschadet leben können.

EMDR ist eine ausgesprochen strukturierte Psychotherapiemethode und verläuft in acht Phasen. Das hervorstechendste Merkmal sind traditionell die Augenbewegungen. Der Klient / die Klientin folgt mit den Augen den Fingern bzw. der Hand des Therapeuten, welche sich abwechselnd von rechts nach links bewegt. Diese Stimulation unterstützt das Gehirn dabei, die eigenen Selbstheilungskräfte zu aktivieren und die belastenden Erinnerungen zu verarbeiten.